MAROKKO

Von den Gassen in Marrakesch, über die Ausläufer des Hohen Atlas bis zu den Klippen von Imsouane.

Marokko ist laut, bunt und voller Kontraste.

Doch abseits der geschäftigen Souks habe ich eine ganz andere Seite gefunden: Die absolute Stille, wenn die Sonne morgens um halb sieben die Wüste in Pastelltöne taucht und sonst überall noch die Lichter aus sind. Es sind diese unvorhersehbaren Momente. Die Begegnungen mit Kamelen in der Wildnis oder die perfekte Silhouette am Pointbreak. Ich will definitiv nochmal wiederkommen. 

AUF EINEN BLICK

Marrakesch ist eine Abrechnung mit der digitalen Perfektion. In den labyrinthartigen Souks der Medina verliert man sich schnell. Hier funktioniert die Orientierung am besten ohne Netz, dafür mit allen Sinnen.

Alte neue Welt: Esel sind in Marokko seit Jahrhunderten das wichtigste Transportmittel. Sie tragen Lasten, die kein Auto durch die engen Gassen der Städte bringen könnte. Auf dem Land sieht man oft noch mehr Menschen auf ihren Tieren als in Autos.

Wer durch Marokkos Gassen streift, merkt schnell: Die wahren Besitzer der Souks und schattigen Hinterhöfe sind die Katzen. Sie tauchen so gut wie hinter jeder Ecke auf. Während um sie herum gefeilscht, gehupt und gelebt wird, verharren sie in absoluter Präzenz und beobachten das Treiben aus allen Winkeln.

Imsouane ist ein Ort, an dem die Zeit stillsteht. Wenn die Sonne hinter den Klippen versinkt, zeichnet das Licht die Konturen einer Welt nach, in der Hektik ein Fremdwort ist. In der Magic Bay läuft die wohl längste Rechtswelle Afrikas mit ca. 600 – 800 Metern. Ein Traum für Surfanfänger und Fortgeschrittene. Auf der anderen Seite des Dorfes gibt es noch den Surfspot La Cathedrale, der auch Profis anlockt.  

Wer vor dem Sonnenaufgang in die Dünen von Timlalin kommt, findet eine magische Stille. Während die Welt noch schläft, gehört die Wüste dir allein. Man beobachtet die Kamele im ersten Licht und hört dabei etwas völlig Unerwartetes: das ferne, stetige Rauschen der Wellen des Atlantiks.

Marokkaner sind Meister ihres Handwerks – ob Teppiche, Holzschnitzereien oder, wie hier im Bild, diese kunstvollen Lampen. Nahezu jedes Café und Restaurant ist auf seine ganz eigene Art geschmackvoll eingerichtet. Ein Auge für Details, das man an jeder Ecke spürt.

Marokko lässt sich nicht im Vorbeigehen einfangen. Es ist mehr als der feine Wüstenstaub in der Kamera oder das unendliche Rauschen des Atlantiks an den Klippen von Imsouane.

Es ist der Geruch von Minztee am Morgen, der warme Staub auf den Straßen und die ehrliche Gastfreundschaft, die Marokko zu dem macht, was es für mich ist: Eine Reise zurück zum Wesentlichen.

Lust auf mehr?

@pauls.linsencurry